Doch diese strukturelle Entwicklung der JF verlief nicht ohne Probleme. Die FFw Klipphausen besaß zum Zeitpunkt der Gründung keinen Kameraden mit der notwendigen Qualifikation um den Aufgaben gerecht zu werden. Und die Frage der qualitativen Schutzausrüstung ist bei einem Personalbestand vom 27 Mitgliedern ein ernst zu nehmendes Thema. Die Frage der Ausrüstung wurde nach einigen Debatten mit dem Bürgermeister der Gemeinde Klipphausen Gerold Mann, der großes Interesse an Jugendarbeit hat, durch die einmalige Bereitstellung von Liquiditäten seitens der Gemeine beantwortet. Schließlich fanden sich die Kameraden Lutz Schöne und Silvio Hoffmann, die nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs „Jugendwart“ kontinuierlich in das Aufgabenfeld der JFw eingearbeitet wurden.
Dass die Gründung der JF Klipphausen nicht ohne bestehende Interessenbasis geschehen ist, beweist die Anzahl der Gründungsmitglieder, die mit 27 Jungen Kameraden eine quantitativ hohe Größe im Landkreis Meissen darstellt.
Anfangs stand unter der Ausbildungsleitung von Harald Veit das Erlernen von Grundkenntnissen im Vordergrund. Parallel dazu sollten die Fähigkeiten beim ersten Vergleichswettkampf der Jugendfeuerwehren in Wilsdruff im September 1996 unter Beweis gestellt werden. Da im Vergleich zu den anderen anwesenden Wehren die JF Klipphausen die jüngste war und damit diejenige mit den geringsten Erfahrungswerten, musste die anfängliche Euphorie unter den Kameraden durch die Platzierungen im hinteren Drittel der Teilnehmer gedämpft werden. Aber dadurch ließen sich die jungen Kameraden und ihre Ausbilder nicht abschrecken. Durch die kontinuierliche und gezielte Fortbildung konnten schon im nächsten Jahr erste Erfolge aufgezeigt werden. Somit war die Phase der Entstehung einer Gruppe von Jugendfeuerwehrkameraden und ihren Ausbildern abgeschlossen.
Damit begann eine neue schwierigere Phase für die Jugendfeuerwehr: Aus zeitlichen Gründen löste sich Wehrleiter Harald Veit langsam aus der Jugendarbeit heraus und gab die alleinige Verantwortung in die Hände der beiden Ausbilder, die den bestehenden Anforderungen bis dato gerecht werden konnten. Beide stellten sich die Weiterführung der technischen sowie der theoretischen Ausbildung als Ziel ihrer gemeinsamen Arbeit. Diese wurde aber gehemmt, da Kamerad Silvio Hoffmann den Dienst als Ausbilder auf Grund von beruflichen Gründen aufgeben musste. Somit stand Lutz Schöne den Anforderungen allein gegenüber. Trotz intensiver und lobender Anstrengungen seinerseits konnte das bestehende Niveau nicht gehalten werden. Es mussten leider Abstriche im Ausbildungsumfang und Vielfalt gemacht werden. Das hatte zur Folge, dass sich der Schwerpunkt der JF-Arbeit auf das Wettkampfgeschehen konzentrierte. Dadurch konnten drei Jahre lang hintereinander große Erfolge erzielt werden, die nicht zuletzt dem Jugendwart Lutz Schöne zu verdanken sind.
Trotz der Erfolge im Wettkampfgeschehen sank die Attraktivität der JF für neue Mitglieder. Außerdem erreichten in dieser Zeit viele Kameraden das Alter um in die Erwachsenengruppe zu wächseln. Dies hatte zu Folge, dass der Personalbestand seit der Gründung abnahm und sich in den letzten Jahren bei 20 Kameraden einstufte.
Ende 2000 durchlebte die JF eine schwere Krise. Aus zeitlichen und persönlichen Gründen legte Lutz Schöne seine Tätigkeit als Jugendwart nieder. Hinzu kam eine rege Austrittsstimmung in den Reihen der Jugendlichen. Diese Stimmung zeigte sich in verhältnismäßig schlechten Platzierungen bei Vergleichswettkämpfen im Jahr 2000. Um die Jugendarbeit langfristig zu sichern, wurde durch den Wehrleiter eine Übergangslösung eingeleitet. Der Ehemalige Ausbilder Silvio Hoffmann sollte die Jugendarbeit fortführen, bis eine neue Struktur der JF Klipphausen aufgebaut ist. Unterstützt wurde er von Mirko Knöfel und Andreas Jähnigen, die auch gleich den Lehrgang „Jugendwart“ besuchten.
Anfang 2001 wurde die entworfene Struktur unter dem neu ernannten Jugendwart Mirko Knöfel und seinem Stellvertreter umgesetzt. Der Ausbildungsschwerpunkt wurde vom Wettkampfgeschehen auf technische und theoretische Ausbildung gelegt und Vergleichswettkämpfe auf Basis der Freiwilligkeit gestuft. Wobei der Dienststundenumfang dadurch nicht geringer wurde! Hinzu kamen zwei Umweltprojekte, die in Absprache mit dem Bürgermeister entstanden sind. Zum einen hat die JF Klipphausen einen Pflegevertrag über den Wanderweg „Saubachtal“ verabschiedet und zum anderen werden jährlich zwei Säuberungsaktionen im hiesigen Fürstenbusch durchgeführt, bei denen der Wald und die durchlaufende „Wilde Sau“ von Unrat und Schwemmholz befreit wird, damit eine natürliche Vegetation des Waldes gewährleistet wird. Weiterhin wird eine intensive Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt, die seit Januar 2001 für ein Ansteigen der Attraktivität und somit des Personalbestandes der Jugendfeuerwehr sorgt. Damit bei der Jugendarbeit die freizeitliche Seite nicht zu kurz kommt, wurde das Freizeitangebot durch eine jährliche Tagesfahrt mit Besichtung sehenswerter und interessanter Objekte, wie zum Bsp. die Großraumfeuerwehr in Stendal, und einem das Jahr abschließender Vergnügungsabend erweitert. Den Höhepunkt bildete im Sommer 2001 das erste feuerwehrinterne Zeltlager, was sich einer hohen Begeisterung erfreuen konnte.
Diese neue Struktur der JF Klipphausen soll auch in Zukunft weitergeführt werden. Es findet auch großen Zuspruch bei den Kameraden der FFw, die sich aktiv an der Jugendarbeit beteiligen.
Seit Gründung der JF bis ins Jahr 2002 wurden 14 Kameraden in die FFw übernommen. Von diesen sind derzeit noch 12 Kameraden als Einsatzkräfte aktiv. Das sind rund 42,9% des Einsatzkräftebestandes der Feuerwehr Klipphausen! Ohne die JF wäre die Einsatzfähigkeit und auch der Personalbestand der FFw gefährdet.


